Los, entspann‘ dich gefälligst!

Entspannen

Heute mal ein irgendwie schwieriges, oder eher unangenehmes Thema.
Aber das sollte nicht unangenehm sein, eigentlich. Weil es eben so ist. Oder war.

Seit ich mit dem Krafttraining begonnen habe und da auch „für einen Anfänger“ ein ziemlich hohes Pensum fahre merke ich immer mal wieder an mir selbst wie wichtig die sogenannte „Regeneration“ ist.

Früher dachte ich immer: Pff, alles nur blabla – nur eine „Ausrede“ um faul zu sein.

Aber nein, so einfach ist das nicht. Letztes Jahr habe ich unglaublich viel Ausdauersport betrieben. Mal eben 12 km lange Läufe, mal eben 120 km mit dem Rad. Und das obwohl ich vergleichsweise total untrainiert war (/bin). Also von 0 auf 800 ungefähr. Und IMMER Vollgas. Pausen gab es nicht.

Das war vielleicht auch ein wenig Realitätsverdrängung bzw. „Stressbewältigung“, damals.

Irgendwann kam dann die „Quittung“ im Sinne von total ausgebrannt, ständig schlapp, müde, schlechte Laune, diverse Mangelerscheinungen, zeitweise sogar deutliches Untergewicht, was mir erst vor ein paar Tagen bewusst wurde, als ich ein paar alte „Trainingslogs“ bzw. Gewichtsmessungen durchgesehen habe.. hefig. Gemerkt habe ich das zu dem Zeitpunkt nicht. Ganz schön selbstzerstörerisch, mal so rückblickend betrachtet.

Aber darauf angesprochen hat mich zu der Zeit auch niemand. Das finde ich im Nachhinein viel erschreckender.

Und ich finde es richtig schwierig, in diesem Bereich das Maß zu halten oder zu finden. Ich bin nämlich ein „kleiner“ Perfektionist, was Dinge wie regelmäßiges Training oder auch Ernährung betrifft. Wenn ich einen Plan habe dann ziehe ich den durch. So mache ich momentan z.B. 4 mal pro Woche Krafttraining, mit Auf- und Abwärmen sind das ca. 1,5 h und je nachdem wie „viel Power“ ich danach noch habe auch manchmal noch eine HIIT Einheit.

An den anderen Tagen dann „hin und wieder“ noch was Richtung Ausdauertraining, wobei ich das stark zurückgefahren habe. War wirklich zeitweise viel zu viel.

Und dieser Trainingsplan wird durchgezogen. Egal wie.

So war das bis jetzt immer. Vorgestern war dann aber mal wieder so ein Tag an dem es mir schon schwer fällt aufzustehen. Total müde und erschöpft, ein bisschen hilft da Kaffee – aber eigentlich stünde auch noch Training auf dem Plan.

Was tue ich also?
Verschieben?
Auslassen?

Geht ja eigentlich gar nicht für mich, sowas.

Muss aber gehen. So habe ich das die letzten Male nämlich immer gehandhabt – also war ich „trotzdem“ trainieren, das lief dann zwar immer einigermaßen gut, dafür war ich am nächsten Tag aber meist noch viel erschöpfter.

Eine gewisse Zeit lang hält man sowas wohl durch, aber auf Dauer erkenne selbst ich langsam, wie „schädigend“ so ein Verhalten sein kann.

Nun, ich muss mich mit dem Gedanken anfreunden auch mal „auf den Körper“ zu hören. Wenn ich mich mies fühle und einfach erschöpft bin, so an dem besagten Tag; Von der Arbeit heimgekommen, ins Bett gefallen – und erst mal bis 9 Uhr abends geschlafen – dann sollte ich vielleicht doch mal eine Trainingseinheit pausieren. Schon Wahnsinn eigentlich, dass ich mir das selbst sagen muss. Ich glaube für die meisten Menschen ist das in so einem Fall eine ziemlich klare Sache.

In meinem Kopf ist das irgendwie noch immer nicht völlig angekommen. Ich arbeite daran.

Auf diesen Artikel aufbauend habe ich auch schon das nächste Thema „in Planung“. Bezieht sich auf „sich selbst etwas gönnen“, passt auch ganz gut dazu, ja.

Im Endeffekt ist das sonst nur selbst erzeugter Stress, der zu überhaupt nichts führt.
Außer noch mehr Stress.

(Falls sich jetzt jemand fragt, warum ich nicht einfach aufhöre mit „dem Sport“; das möchte ich auf keinen Fall, denn so unlogisch das jetzt auch klingen mag, ich brauche mittlerweile fast schon diesen Ausgleich. Und eine Menge Spaß, Glücksgefühle, ein besseres Körpergefühl, Stressabbau (höhö), etc. habe ich dadurch auch noch. Im „Normalfall“. Aber was ist schon normal.)

Los, entspann‘ dich gefälligst!

Ein Gedanke zu “Los, entspann‘ dich gefälligst!

  1. Ben schreibt:

    Das klingt in der Tat sehr heftig. Aber beweist auch sehr viel Stärke, dass du den Weg da raus alleine geschafft hast. Ich glaube vielen Menschen passiert es durch so etwas z.B. in die Magersucht oder sonstige Erkrankungen „zu rutschen“.

    Und wie du schon sagst, was nützt es dir am Ende, all der Stress? Nichts.

    Auch mal das Leben genießen!

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