Die Probe.

Ich zitiere Wikipedia:

„Als Musterbeispiel einer Kurzgeschichte wird sie häufig im Schulunterricht behandelt.“ Und auch mir erging es so. In meiner Schulzeit, als wir das Thema Kurzgeschichten im Deutschunterricht begannen, kamen auch meine Mitschüler und ich daran nicht vorbei.

Im Nachhinein betrachtet finde ich das, im Gegensatz zu den meisten meiner Klassenkameraden damals, ziemlich genial. Bzw. fand ich das damals schon. Also Kurzgeschichten allgemein. Auf diese erste folgten nämlich noch viele weitere.

Und jetzt wühle ich mich ein wenig durch das Internet und finde noch einige weitere Texte, die ich damals so lesen „durfte“, oder musste. Dazu kamen dann noch Interpretationen und Deutungen, die wir dazu schreiben mussten. Oder ganze Klassenarbeiten.

Verdammt interessant, sowas „heute noch einmal“ zu lesen. Wenn ich die Aufgabenhefte von damals noch hätte würde mich wirklich interessieren wie ich eine solche Geschichte „früher“ gedeutet habe und wie ich es stattdessen(?) heute tun würde.

Der Deutschunterricht war irgendwie ein beliebtes Fach bei mir, zumindest wenn es um solche Dinge ging.

Oh und Satiren sind auch klasse, hach – was man alles findet. Rückblickend hatte ich auch eine äußerst engagierte (und das meine ich völlig ohne Ironie) Lehrkraft in diesem Fach. Ein Mensch der sich wirklich für das begeistert hat, was er den Schülern vermittelte. (Was auch ganz anders aussehen kann, das durfte ich dann in den Folgejahren erleben.)

Vielleicht blieb mir das auch deshalb so in Erinnerung, ich kann es nicht genau sagen.

Redluff sah, das schrille Quietschen der Bremsen noch in den Ohren, wie sich das Gesicht des Fahrers ärgerlich verzog. Mit zwei taumeligen Schritten war er wieder auf dem Gehweg. „Hat es Ihnen was gemacht?“ Er fühlte sich am Ellbogen abgefaßt. Mit einer fast brüsken Bewegung machte er sich frei. „Nein, nein, schon gut. Danke“, sagte er noch, beinah schon über die Schulter, als er merkte, daß ihm der Alte nachstarrte.

Wen es interessiert, hier gibt es die komplette Geschichte.

So auf die schnelle und mehr für mich als Gedächtnisstütze hier noch ein paar geniale Werke an die ich mich jetzt wieder erinnern kann:

Kategorie Satire:

– Die Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral von Heinrich Böll

Kategorie Kurzgeschichte:

– Die Küchenuhr von Wolfgang Borchert
– Nachts schlafen die Ratten doch von Wolfgang Borchert
– Die Tochter von Peter Bichsel
– Saisonbeginn von Elisabeth Langgässer

Und davon wohl am stärksten im Gedächtnis blieb mir:

Ein Kind töten von Stig Dagerman

Diese Kurzgeschichte fand ich wahnsinnig gut, skurril, faszinierend, mir fällt nichts treffendes ein. Unbedingt lesen! Hier zum Beispiel. (Unschöne Webseite, aber es geht um den Text!)

Gedichte (bzw. Balladen) wären glaube ich auch noch ein Thema, die „mussten“ wir auswendig lernen, im Nachhinein ist es aber irgendwie auch schön, wenn man heute noch den Erlköig von Johann Wolfgang von Goethe aufsagen kann. (Was ich leider nicht mehr zu 100% kann, aber das werde ich mal demnächst ändern!) Aus dieser Kategorie erinnere ich mich auch noch an:

– John Maynard von Theodor Fontane
– Der Handschuh von Friedrich Schiller

Nun fühle ich mich ein wenig wie ein kleiner verkorkster Streber, der endlich dazu stehen kann, dass er „den Unterricht“, den alle anderen doof fanden doch irgendwie ganz gerne mochte.

Toll. :)

Die Probe.

Ein Gedanke zu “Die Probe.

  1. Hamp schreibt:

    Omg jetzt hast du es mit diesem Artikel tatsächlich geschafft, dass ich mir Kurzgeschichten durchlese. Respekt!

    Ich kenne fast alle der oben genannten, daraus schließe ich: Du warst sicher auch auf einem Gymnasium. :D

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